Kiezpoesie auf kolonialen Spuren
Performance & Führung durch Berlins 'Afrikanisches Viertel'
 
Sonntag 12.9.2010 10.30 Uhr
 
Veranstalter: Berlin Postkolonial e.V.
Treffpunkt: Eingang/Foyer Kino Alhambra
Seestraße/Ecke Müllerstraße
Berlin-Wedding
(U-Bahnhof Seestraße)
Teilnahmegebühr: EUR 5,00
Dauer: ca. 1,5 Stunden
 
Wir bitten um Anmeldung per Email bis Freitag 10.9. an:
info [at] freedom-roads [punkt] de
 
Die Gegend um Berlins 'Afrikanisches Viertel' ist in den letzten Jahren zu einem Zentrum der afrikanischen Community geworden. Doch die Straßennamen zwischen Kameruner Straße und Kapstraße ehren nicht afrikanische Staaten, Orte oder Menschen. Bis heute dokumentieren sie Deutschlands einstige koloniale Ansprüche und 'Schutzgebiete' in Afrika, deren Bevölkerung zwischen 1884 und 1919 mit Gewalt und Betrug unterworfen, beraubt, ausgebeutet und gedemütigt wurde. Noch immer ehren die Straßennamen mit Peters, Nachtigal und Lüderitz die drei 'Begründer' deutscher Kolonien in Afrika.
 
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über ein Erinnerungskonzept für das Viertel und die Umbenennung von drei Straßen lädt unser Team ein zur Reise 'Von Guinea nach Ghana', vom brandenburgischen Handel mit Versklavten bis zum Jahr 1958, als hier mit einem Straßennamen das erste afrikanische Land geehrt wurde, das sich von kolonialer Fremdherrschaft befreien konnte.
 
Dabei setzen wir uns nicht nur historisch, sondern auch poetisch-künstlerisch mit Spuren der deutschen Kolonialvergangenheit auseinander. Die Führung von Marie Biloa-Onana und Christian Kopp wird von einer Performance der Künstlerin Chantal-Fleur Sandjon begleitet. Dabei konzentriert sie sich auf Relikte kolonialer Denkmuster in der deutschen Sprachenwelt und dem Berliner Straßenbild. Wo finden sich Kolonialfantasien und Exotisierung noch immer im Alltag wieder? Wie lebt es sich in der Togokolonie im Herzen von Berlin? Und wie könnten Reparationen an die Herero aussehen? Diese und weitere Fragen stellt Sandjon im Rahmen von vier Performances, die diese Führung zu einem außergewöhnlichen Erlebnis machen.

 
Die Performance-Künstlerin Chantal-Fleur Sandjon
(Foto: Oliver G. Seifert)

 

 
 
 
 
 

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