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Afrika hat andere Sorgen
von: Berliner ()
Datum: 05. September 2010 10:29

Die Diskussion hier geht vorbei an den Tatsachen, dass Afrika heute ganz andere Sorgen hat. Wir sollten trotz der globalen Finanzkrise die Entwicklungshilfe erhöhen! Humanitäre Hilfe ist was Not tut. Wir sollten auf die Gegenwart und Zukunft schauen. Die Vergangenheit ist traurig, aber eben vergangen.

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Re: Afrika hat andere Sorgen
von: Uwe Hiksch ()
Datum: 06. September 2010 21:28

Hallo Berliner,

der Vergleich mit den notwendigen humanitären und infrastrukturellen Hilfen ist falsch.

Die Debatte um neue, antikoloniale Straßennamen in Berlin haben auch mit der heutigen Benachteiligung Afrikas in vielen Bereichen zu tun. Es ist gerade die Aufgabe von fortschrittlich denkenden Menschen, sich dafür einzusetzen, dass es in einer Stadt wie Berlin keine Straßennamen mehr gibt, die nach kolonialen Verbrechern benannt sind, die mit die Grundlage dafür gelegt haben, dass Afrika über viele Jahrhunderte ausgebeutet werden konnte.

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Re: Afrika hat andere Sorgen
von: Peter Schmidt ()
Datum: 08. September 2010 16:12

Hallo,

dass Afrika heute andere Sorgen hat als die Weddinger Straßennamen, daran sind die Herren Nachtigal, Lüderitz und Peters ja nicht ganz unschuldig. Die Debatte um die Straßennamen soll ja auch das Nachdenken darüber anregen, wie unser Verhältnis zu den afrikanischen Ländern heute ist.
Das die Vergangenheit vergangen ist, ist eine Tatsache, aber kein Argument. Man kann nicht von den Menschen verlangen, sich mit allem einfach abzufinden, nur weil es vergangen ist. Nach dem gleichen Muster versucht man ja immer wieder die unbequemen Opfer loszuwerden, siehe Zwangsarbeiter, von der Bodenreform Enteignete, in der DDR-Psychiatrie Misshandelte, in deutschen Kinderheimen Missbrauchte u.v.a.m.
Vielleicht sollten uns diese Beispiele einfach eine Lehre sein, in Zukunft kein menschliches Leid mehr zu verursachen.

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25 Die Menschheit incl. Afrika hat Sorgen
von: 25 Balki ()
Datum: 21. September 2010 21:51

Ich rege eine differenzierte Strategie an:

1. zur Sache Straßennamen: zunächst (und dagegen dürfte kaum sachliche Kritik relevant sein) unterhalb der jetzigen Schilder die in Berlin übliche Erläuterungstafeln in Bezug auf den jeweiligen Namensgeber jeweils mit einer wahrhaftigen Darstellung der Rolle und der Verbrechen z.B. von Lüderitz u.a. auszustatten. Dann sollten über die Bezirksverwaltung die Geschichtslehrer der umgebenden Schulen auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden mit der Bitte, mit den Schülern diese Orte bewußt aufzusuchen und dort darüber mit den Schülern zu reden. Im Unterricht sollten die Greuel -bitte kindgemäß- angesprochen bzw. nachbehandelt werden.

2. zur heutigen Lage in Afrikanischen Staaten durch Historiker fachlich seriös auch die jüngere Vergangenheit und Gegenwart aufzubereiten und angemessen darzustellen sowie dabei aufzuzeigen, welche Organisationen, Firmen und Staaten heute Gutes und Böses für und in Afrika tun (von Abbau von Blutdiamenten durch Kapitalisten über Kommerzialisierung und Ausbeutung durch chinesische Kommunisten über afrikanische Verbrecher an der Macht und im Hintergrund sowie -vor allem- durch die Versäumnisse und das Desinteresse an der Not bei den Menschen und damit bei den Regierungen in allen nichtafrikanischen Staaten und Gesellschaften (nicht nur in Deutschland), sondern auch in Südamerika genauso wie in Australien und anderswo, bei ausbeutenden Firmen, bei einigen (bitte nicht allen) Kirchen, (wie z.B. bei manchen vom Weg Jesu abgekommenen Evangelikale in den USA usw.) Also auch bei uns in Staat udn Gesellschaft und damit wahrscheinlich auch bei fast allen von usn persönlich und in unseren Familien, u.U. auch bei machen, die hier im Forum schreiben, auch bei mir. Wir kaufen im Supermarkt Früchte und z.B. Viktoriabarsche aus Afrika, die dort nicht zu haben sind, weil wir mehr zahlen, wir unterstützen kaum Fairtrade usw. usw.. Der werfe den ersten Stein, der keine Schuld hat!

Aber wir können ja etwas konkretes tun:
- Umfassend und ehrlich informieren (s.oben) und zugleich und vor allem
- unser Verhalten ändern (s. Fairtrade und Änderung unserer Gewohnheiten) usw.

Dies ist m.E. das Wichtige für die nächste Zukunft.
Das eine Tun (aufklären, wie es war, und vor allem etwas dafür tun, dass das brutale oder dumme Unrecht im heugien Afrika (auch von korrupten udn kriminellen regierenden Schwarzafrikanern) endlich aufhört und zugleich z.B. unsere Hilfe (ich Spende z.B. hunderte von Euro jährlich) wirklich bei den Notleidenden ankommt sowie bei allen, die nicht spenden können, das Verahlten ändern !

Ein heugtiger Verbrecher an der Macht in Afrika (etwa nachdem er in Paris studiert hat und wissen müßte, was richtig und moralisch falsch ist) ist kein deut besser als Lüderitz oder andere es im Kaiserreich waren. Und sie quälen heute ihre eigenen Landsleute und die Welt schaut untätig zu!

Das wäre Aufgabe heutiger junger Menschen und heutiger Freiheits- und Friedensressourcen, dagegen was wirksames zu unternehmen, nicht nur über die Vergangenheit udn deren Foglen zu protestieren.

Ich bitte nur um seriöse Stellungnahmen, dann mache ich bei diesem Dialog weiter mit!
Gruß
Balki (66 Jahre alter, eher linker aber sehr selbstkritischer Sozialdemokrat)

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an 25 - zuerst einmal vor der eigenen tür kehren
von: Hanna ()
Datum: 22. September 2010 18:15

sie wollen eine seriöse stellungnahme?
na, dann schauen wir mal zuerst einmal auf Ihren eigenen - mehr als bedenklichen - sprachgebrauch:

erstens: Sie schreiben in Ihrem beitrag, dass die europäer die "kapitalisten" seien, die chinesen die "kommunisten" und die afrikaner die "verbrecher". interessant.

zweitens: die "afrikaner", die in paris studieren, lernen also nach Ihrer meinung zu unterscheiden, was richtig und moralisch falsch ist. in afrika nicht? aber hallo. etwas von ethik berühmter afrikanischer filosofen gehört?

drittens: was soll der quatsch von "korrupten und kriminellen regierenden schwarzafrikanern"? ist das nach Ihrer meinung eine frage von hautfarbe?

um zum thema zu kommen:

ja, es gibt natürlich korruption in afrika wie auch in europa.

ja, es gibt staatsoberhäupter, die am tropf der reichen welt hängen, die millionen von britischen, französischen, deutschen firmen kriegen, damit diese räuberischen zugang zu den ressourcen des kontinents haben. drei prozent am verdienst der kakaoproduktion ghanas kommt der bevölkerung zugute, von den restlichen 97 prozent profitieren die chocolatiers in europa und anderswo: nestlé, storck, suchard, ferrero etc. in mali, benin, togo, nigerai, gabun, kongo werden kindersklaven verkauft, damit wir in den regalen shokolade zu niedrigpreisen finden.

ja, es gibt folterknechte in afrikanischen ländern, die in den militärakademien in europa ausgebildet werden.

und es gibt afrikanerInnen, die gar keine entwicklungshilfe mehr wollen, weil sie die mechanismen der ausbeutung durchschauen. sie wollen, dass wir ihre länder, ihren ganzen kontinent in ruhe lassen. sie wollen ihre eigenen reichen ressourcen behalten und zu fairen preise an uns verkaufen.

entwicklungshilfe ist eine kleine entschädigung für den raub der westlichen firmen. sie ein ein tropfen auf heißem stein. auch Ihre - ich gehe davon aus: wohlgemeinte - spende, 25 balki.

mit nachdenklichen grüßen
hanna m.

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Re: Wir haben andere Sorgen
von: Ariovist ()
Datum: 16. Dezember 2010 17:32

@ Uwe Hiksch

Sie schreiben von "fortschrittlichen Menschen", ereifern sich aber über Dinge, welche vor ca. 100 Jahren geschehen sind. Genauso könnte ich jetzt als möglicher Nachkomme des Homo neanderthalensis Wiedergutmachung durch die damals aus Afrika eingewanderten "Modernen Menschen" fordern. War ja im Prinzip nix anders. Nur werden diese "Modernen Menschen" nicht als Verbrecher ( so wie Sie die damaligen Soldaten und Politiker als Verbrecher verunglimpfen) bezeichnet (was sowieso nur wieder Blödsinn ist, da ein "Verbrecher" einer ist, der bewußt gegen das Gesetz handelt, so gesehen kann man die französischen Revolutionäre ja auch als Mörder bezeichnen), obwohl sie doch ganz offensichtlich, nur auf eigenen Vorteil bedacht, eine ganze Ethnie vernichtet haben.

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