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neue straßennamen?
von: Joschi ()
Datum: 22. August 2010 22:29

also ich find ja nicht, dass man straßen immer gleich umbenennen muss: kann man nicht erstmal schilder unten ranmachen und beschreiben, wer die leute waren, die auf dem schild stehen? Zum Beispiel Lüderitz hat deutsch-ostafrika gegründet und dabei betrogen. Nachtigal hat seine Kolonie in Kamerun besetzt und peters war der schlächter von südwest. sollen die leute erstmal zeit haben zu lesen, wer die eigentlich waren, bevor die schilder dann vielleicht mal weg kommen. langfristig wären afrikaner besser, die von ihnen umgebracht wurden und schuften mussten für die deutschen. vielleicht auch mandela oder lumumba.

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Re: neue straßennamen?
von: JM ()
Datum: 28. August 2010 16:45

Ich denke, es ist angebracht die Namen der Straßen gleich zu ändern. So wird das Augenmerk auf die jenigen Menschen gelenkt, die wir ehren wollen und nicht sosehr auf die, die schon viel zu lange durch diese Straßenschilder geehrt werden. Durch den Akt der Umbenennung wird erinnert und gleichzeitig etwas Neues geschaffen und angeboten.

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Re: neue straßennamen?
von: Peter Schmidt ()
Datum: 29. August 2010 10:49

Hallo!

Ich finde es absurd, dass die Straßennamen erstmal bleiben sollen. Man kann doch die Straßen umtaufen und trotzdem Hinweisschilder aufstellen, die auf die Geschichte der Namen hinweist. Die Situation, dass an einem Straßenschild steht: Diese Straße ist nach einem Mörder benannt!, wäre doch mehr als eigenartig. jeder müsste doch den Eindruck haben: Diese Straße ist nach einem Mörder benannt, weil es aber viele Menschen gibt, die Morden im Sinne einer "höheren" Sache für verzeihlich halten, behalten wir die alten Namen noch eine Weile.
Die Petersallee heißt nun schon 71 Jahre so. Zeit genung für jeden Anwohner sich zu informieren. Von den beiden anderen ganz zu schweigen.

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so nicht
von: Manfred H. Koch ()
Datum: 30. August 2010 21:11

Hallo Forum,

dass hier umbenannt werden soll ist doch absurd! Wo fängt man denn an, wo hört man auf? Sollen jetzt alle Kaiser- und Bismarckstraßen nach Eurer Meinung auch umbenannt werden?! Da haben wir doch viel zu tun. Die Straßen ehren doch die Leute nicht mehr. Keiner weiß mehr, wer die waren. Lasst doch die Kirche im Dorf.

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Re: so nicht
von: Betram Kiepert ()
Datum: 30. August 2010 23:56

Nicht absurder als die Verordnungen des Landes Berlin, Herr Koch, die Straßennamen nach Personen explizit als eine Ehrung der Namensgeber/innen bewerten. Außerdem wurde doch immer schon umbenannt, wenn die Geehrten nicht mehr geehrt werden sollten. Oder was meinen Sie, wo die ganzen Horst-Wessel-Straßen und Adolf-Hitler-Plätze geblieben sind, die unser Land einstmals zierten? Hunderte von Kommunisten und Antifaschisten sind nach der Wende ohne viel Federlesen vom Schild gehoben worden. Warum sollte man die Begründer deutscher Kolonien nun noch länger schonen?

Der Kolonialismus war ein Verbrechen, ergo waren koloniale Hauptakteure wie Peters, Lüderitz und Nachtigal kriminell. Die zahlreichen Gegner und Opfer des deutschen Kolonialismus gaben ihr Leben für das, was jedem Menschen zusteht: Freiheit, Würde, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung. Ergo waren sie ehrenwerte Leute, an die man hier in diesem Land erinnern sollte. Hier in diesem Land, in dem Schwarze Menschen noch immer seltener gewürdigt, als beleidigt, angegriffen und totgeschlagen werden!

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Re: so nicht
von: Herbert Graf ()
Datum: 02. September 2010 15:12

Herr Koch hat ganz recht!
Wie lange sollen wir uns denn diesen Gesinnungswahn noch gefallen lassen? Diese ganze Straßenschänderei muss mal ein Ende haben. Immer die Fahne nach dem Wind zu hängen hilft doch keinem weiter!
Kein Mensch weiß heute noch, was Peters oder die andern im Kongo oder sonstwo gemacht haben. Man muss den Menschen auch mal was lassen, auf das sie stolz sein können. Schließlich waren die Briten noch viel schlimmer, und die Franzosen auch. Und was die Amerikaner heutzutage machen...

Ich stimme Herrn Koch voll und ganz zu: Lasst die Kirche im Dorf und sucht euch ne richtige Arbeit!

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Re: so nicht
von: Rudolf Preuss ()
Datum: 03. September 2010 00:01

Das sehe ich genauso, Herr Graf und Herr Koch!

Was sollen wir denn mit afrikanischen Namen auf deutschen Straßenschildern? Mandela kann ich ja noch aussprechen, aber Njerere? Vielleicht noch Kinjikitile? Das kann ich ja kaum schreiben. So ein Quatsch. Dass es gut auszusprechen ist, scheint mir viel wichtiger, als wer derjenige war. Petersallee - das ist doch kurz, knapp und wohlklingend. Was interessiert da, ob der wen umgebracht hat? Auch Nachtigalplatz - da denkt man gleich an's Grüne und an den Park - passt total. Mir ist es völlig egal, was der angestellt hat und ob er eine deutsche Kolonie gegründet hat, die uns billig mit Bananen und Kautschuk versorgt hat.

Und so schlimm wird der Kolonialismus schon nicht gewesen sein: Ohne unsere Eisenbahnen und Häfen würden da unten doch heute immer noch keine billigen Rohstoffe zur Küste und nach Europa verschifft werden können. Ohne deutsche Schulen hätte es doch nie afrikanische Staatsmänner gegeben, die die Länder demokratisch regieren würden. Ohne unsere Missionen, wären die Afrikaner doch nie zivilisierte Christen geworden. Ohne unseren Sinn für Ordnung und Sauberkeit würden sie doch immer noch im Dreck sitzen. Und ohne unsere Marktwirtschaft und unsere Milliarden an Entwicklungshilfe, die wir jedes Jahr zahlen, obwohl wir ja selbst kaum noch was haben, würden sie doch immer noch völlig abhängig sein, oder irre ich mich? Wer hat denn die Steinhäuser gebaut, die es dort gibt? Manchmal muss man Leute eben auch zu ihrem Glück zwingen, finde ich.

Also: Keine afrikanischen Straßennamen in Deutschland bitte - jedenfalls nicht in Berlin! Kolonialismus war kein Verbrechen - Kolonialismus war frühe Entwicklungshilfe!

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Re: so nicht
von: Peter Schmidt ()
Datum: 03. September 2010 08:55

Hallo!

Ich habe das Gefühl, die Debatte gerät etwas aus den Fugen. Ich kann nur annehmen, dass Herr Preuss seinen Beitrag ironisch verstanden wissen möchte. Und was Herrn Koch und Herrn Graf betrifft, so sollten sie ihrerseits die "Kirche im Dorf lassen".
Auch wenn heute wirklich niemand mehr wissen sollte, wer Peters, Nachtigal und Lüderitz gewesen sind, so ehren die Straßennamen dennoch Mörder und Betrüger. Man kann doch die Verbrechen dieser Menschen nicht unberücksichtigt lassen, nur weil unser Bildungssystem in der Hauptsache darauf getrimmt ist reibungslos funktionierende Konsumenten statt politisch gebildeter Bürger hervorzubringen. Im Gegenteil, in einer bildungsfernen Gesellschaft bieten die Straßennamen eine wunderbare Gelegenheit, Sand ins Getriebe der selbstgerechten Konsummaschine zu schütten und Menschen dazu zu zwingen, sich statt eines Abendbrotes Gedanken zu machen. Zwar zeigen die Beiträge von Herrn Koch und Herrn Graf, dass die Inbetriebnahme des Gehirns nicht sofort zu tieferen Einsichten führt, aber früher oder später wird, wenn das Nachdenken nicht einschläft, auch dieser Menschenschlag zu der Erkenntnis kommen, dass nur zwei Dinge ewig sind: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist... (Micha 6, Vers 8)

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Frauen auf die Schilder!
von: Luise Schütte ()
Datum: 03. September 2010 17:57

Hallo in die Herren-Runde,

Herr Preuss, das kann doch niemand Ernst nehmen! So ein Gewäsch ist doch ironisch gemeint oder?

Ich finde es gut wenn in jetzt Frauennamen auf die Schilder kommen. Aber dürfen es dann auch weiße Frauen sein? Da gibt es doch einige die einen Straßennamen verdient haben?

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auch so nicht
von: Manfred H. Koch ()
Datum: 03. September 2010 19:16

Rudolf Preuss, mich mit meiner Meinung in den gleichen Topf zu werfen wie Herbert Graft, ist nicht in Ordnung. Ich glaube, da gehen unsere Ansichten doch zu sehr auseinander. Ich habe ja nur gefragt, wo die Umbenennungen anfangen und aufhören sollen und vor allem: wer bestimmt, was umbenannt wird? Für die Leute, die an diesen Straßen wohnen, ist es eh mühsam.

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Re: Frauen auf die Schilder!
von: B. Kiepert ()
Datum: 03. September 2010 22:17

Liebe Frau Schütte,

ich finde, hier gehören die Namen afrikanischer Frauen aus dem Widerstand hin, denn sie halten die Erinnerung an die Kolonialgeschichte wach. Karl Peters hat Jagodja ermordet, daher sollte die Straße jetzt Jagodja-Allee heißen und ein Schild könnte erklären warum. Weiße Frauen werden jetzt den Verordnungen der Stadt entsprechend mit jeder neuen Straße geehrt - die Namen von Schwarzen Frauen findet man jedoch kaum. Wo, wenn nicht hier in unserem Viertel sollten sie gewürdigt werden?

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Re: auch so nicht
von: B.Kiepert ()
Datum: 03. September 2010 22:37

Hallo Herr Koch,

Straßenumbenennungen werden in Berlin von den gewählten Bezirksverordneten beschlossen - oder abgelehnt. Die Entscheidung liegt nicht bei den Anwohnern, die sich diesen oder jenen Namen für "ihre" Straße aussuchen. Stellen Sie sich doch mal vor, es wäre anders - was gäbe es da für Namen?!

Ich finde aber, dass in diesem speziellen Fall vor allem auch die Nachfahren der Kolonisierten, also die Schwarzen Berliner und Berlinerinnen gefragt werden sollten.

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Re: neue straßennamen - so ein Blödsinn
von: Rita Handt ()
Datum: 04. September 2010 12:37

Mir fallen auf Anhieb eine Menge Straßen ein, die für meinen Geschmack nicht politisch korrekt sind. Man kann alles auch übertreiben. Auch die Namen im Afrikanischen Viertel im Wedding gehören zur deutschen Geschichte. Wenn überhaupt, dann kann man mit Tafeln auf den Ursprung der Namen hinweisen. Ich bin aus folgenden Gründen ganz strikt gegen eine Umbenennung:

1) Es kostet die dort wohnenden Bürger eine Menge Geld und Zeit, ihre Adressen etc. zu ändern.
2) Nachtigal war u.a. auch ein weltweit anerkannter Botaniker.
3) Die Petersallee kann nach dem Berliner Straßennamengesetz gar nicht umbenannt werden. Ende der 80er Jahre gab es schon einmal einen Antrag auf Umbenennung der Straße durch die damalige Alternative Liste. Die BVV Wedding hat danach beschlossen, den Namensgeber zu ändern. Seitdem ist ein ehemaliger CDU-Kommunalpolitiker namens Peters der Namensgeber der Straße. Was haben die Umbenennungsstrategen gegen einen hoch geachteten Politiker, der viel für den Bezirk Wedding getan hat?
4) In Namibia gibt es immer noch eine Lüderitz-Bucht. Soll die auch umbehannt werden?
5) Ich würde mich sehr wundern, wenn Afrikaner der Meinung wären, daß Deutsche in ihren Ländern die Straßen nach eigenen Gutdünken benennen dürften. Umgekehrt gilt für mich das gleiche, Straßenbenennungen in Deutschland sind nicht Sache von Ausländern, egal, wo sie herkommen.
6) Wir haben weiß Gott andere Sorgen in Berlin. Wenn Sie alle soviel Zeit haben, dann kümmern Sie sich bitte mal um die Zustände an den Weddinger Schulen und sorgen sie dafür, daß dort bestimmte Kinder nicht mehr gemobbt werden.
7) Die SPD macht sich so langsam wirklich überflüssig - habt Ihr keine anderen Themen, um die Ihr Euch dringend kümmern solltet? Mir fallen da einige ein.

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Re: neue straßennamen?
von: Bibini ()
Datum: 04. September 2010 17:17

Eine Deutsche

In Afrika werden wir „OBRONI“ genannt. Das sind die grausamen Menschen ohne Herz, Liebe und Erbarmen.
Wären wir keine Obronis, gäbe es diese Straßennamen in Deutschland nicht, die Diskussion darum nicht und diese Ausstellung nicht, die nicht mehr als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf Kosten der Arfrikaner ist, die mit dieser Diskussion erneut gedemütigt werden.

Dass es in Deutschland, in einer christlichen Kultur mit christlichen Werten überhaupt möglich ist und bis heute Bestand hat, dass nach Verbrechern und Mördern und geraubten Waren, Strassen benannt werden, zeigt uns wiederholt, wie verlogen die Deutsche Kultur ist, die mit der einen Hand mordet und mit der anderen Hand „Almosen“ gibt.

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Re: auch so nicht
von: Bibini ()
Datum: 04. September 2010 17:47

an Manfred H. Koch,

es ist absurd so zu tun, als ob es egal ist, nach wem oder was Strassen benannt werden. Wir müssen anfangen, wo es begann -das ist doch logisch. Seit 2000 Jahren bringt das Patriarchat unerträgliches Unheil,Kriege und Lügen über die Menschen, die Welt . Es ist an der Zeit, für das Unheil, die Lügen, die Verantwortung zu übnernehmenn und "gut zu machen", sich zu entschuldigen, wenn es möglich ist. Mit "freedom roads" kann ein ganz kleines Zeichen gesetzt werden! Mehr ist es nicht, aber besser als nichts.
Lasst doch die Kirche im Dorf? Na das soll wohl ein Witz sein! Wer will denn die noch?

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Re: neue straßennamen - so ein Blödsinn
von: Peter Schmidt ()
Datum: 08. September 2010 16:04

Guten Tag Frau Handt,

wenn ich ein Kindergärtner wäre, würde ich Sie fragen "Und wenn Namibia aus dem Fenster springt, springen Sie dann hinterher?". Die Argumentation "Aber, aber, aber... die haben doch auch..." erinnert mich nämlich stark an die Kleinen aus dem Buddelkasten.

Noch furchtbarer finde ich aber den Hinweis auf Hans Peters. Dieser Vorgang ist mehr als geschmacklos und eine Beleidigung für den aufrechten NS-Gegner. Die groteske Lage: Im Bezirk, in der Anwohnerschaft möchte man gerne den Namen eines Vordenkers des Nationalsozialismus behalten. Zu ihrem Unglück gibt es aber eine gesellschaftliche Übereinkunft, nationalsozialistisches Gedankengut zu ächten. Um trotzdem den Nazi-Namen behalten zu können, nimmt man ausgerechnet jemanden als Namenspaten, der unter der braunen Diktatur sein Leben riskiert hat? Das spottet jeder Beschreibung!

Selbstverständlich sollte eine Straße nach Hans Peters benannt sein, dann aber bitte als "Hans-Peters-Allee". Doch dann gibt es ja wieder das Geschrei, der Kosten wegen. Ich nehme an, die Gewerbetreibenden haben alle gerade gestern jeweils mehrere Millionen Visitenkarten, Briefbögen, Kugelschreiber usw. mit der alten Adresse bestellt. Aber ich glaube, dass die Postboten die Anwohner auch in der Maji-Maji-Allee finden werden.

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Re: neue straßennamen - so sinnvoll
von: Bianca Becker ()
Datum: 11. September 2010 11:30

Rita Handt schrieb:
-------------------------------------------------------
> 1) Es kostet die dort wohnenden Bürger eine Menge
> Geld und Zeit, ihre Adressen etc. zu ändern.
Kann der Bezirk nicht im Afrikanischen Viertel einen Container als Einwohnermeldeamt aufstellen? Das spart Wege, Zeit und Nerven.

> 2) Nachtigal war u.a. auch ein weltweit
> anerkannter Botaniker.
Was heißt hier "u.a."? Er war Militärarzt und kein ausgebildeter, "weltweit anerkannter" Botaniker. Und ein Betrüger sondergleichen.

> 3) Die Petersallee kann nach dem Berliner
> Straßennamengesetz gar nicht umbenannt werden.
> Ende der 80er Jahre gab es schon einmal einen
> Antrag auf Umbenennung der Straße durch die
> damalige Alternative Liste. Die BVV Wedding hat
> danach beschlossen, den Namensgeber zu ändern.
> Seitdem ist ein ehemaliger CDU-Kommunalpolitiker
> namens Peters der Namensgeber der Straße. Was
> haben die Umbenennungsstrategen gegen einen hoch
> geachteten Politiker, der viel für den Bezirk
> Wedding getan hat?
Da leidet aber ein guter Name - Hans Peters - unter einem schlechten - Carl Peters. Das hat Hans Peters nicht verdient. Hans Peters soll anderswo eine historisch unbelastete Straße bekommen.

> 4) In Namibia gibt es immer noch eine
> Lüderitz-Bucht. Soll die auch umbehannt werden?
> 5) Ich würde mich sehr wundern, wenn Afrikaner
> der Meinung wären, daß Deutsche in ihren
> Ländern die Straßen nach eigenen Gutdünken
> benennen dürften. Umgekehrt gilt für mich das
> gleiche, Straßenbenennungen in Deutschland sind
> nicht Sache von Ausländern, egal, wo sie
> herkommen.
Ihr Vergleich hinkt gewaltig. Es sind nicht "Ausländer", nicht einmal Migranten und Migrantinnen allein, die die Straßen, die koloniale Täter ehren, umbenennen wollen. Es sind genauso so Afrodeutsche und Deutsche - alle Drei haben eine gemeinsame Geschichte, und das ist eine Geschichte von Gewalt auf der einen Seite und zähem Widerstand und Opfern auf der anderen Seite. Warum sollten also die Deutschen - die Täter - verlangen wollen, dass ich Afrika Straßen nach ihrem Dünken umbenannt werden? Ein absurder Gedanke.
Und: hört die Erinnerungskultur nach Ihrer Meinung an den nationalen Grenzen auf? Wenn ja, dann müssten wir uns ja auch nicht um Ausschwitz kümmern.
Der Kolonialismus hat auch die europäische Identität entscheidend geprägt. Er hat auch die europäischen Geellschaften von innen vergiftet. Eine junge Generation lässt sich das nicht mehr gefallen, dass an Verbrecher ehrend erinnert wird.

> 6) Wir haben weiß Gott andere Sorgen in Berlin.
> Wenn Sie alle soviel Zeit haben, dann kümmern Sie
> sich bitte mal um die Zustände an den Weddinger
> Schulen und sorgen sie dafür, daß dort bestimmte
> Kinder nicht mehr gemobbt werden.
Die Kinder, die keine "weiße" Hautfarbe haben, werden gemobbt, weil es Rassismus gibt. Das Bewusstsein der Menschen muss sich ändern. Ein Tipp: Lernen aus der afrikanischen Geschichte.

B.B.

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Re: auch so nicht
von: Manfred ()
Datum: 15. September 2010 21:32

an "Bibini"

fragen Sie mal auf der Straße, ob die Leute wissen nach wem ihre Straße benannt ist. Wetten? die meisten wissen es nicht. Weil es keinen interessiert. Von mir aus können neue Straßen ja nach den Helden heute benannt werden.

Keiner der fleißigen Umbenenner hat bis jetzt sagen können, ob sie auch alle Bismarckstraßen neu benennen wollen. Wenn Bismarck mit verantwortlich war für die Eroberung Afrikas? Ich vermisse da einfach Konsequez.

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Re: auch so nicht
von: Bibini ()
Datum: 21. September 2010 21:11

an Manfred,
ja, da gebe ich Ihnen Recht, die meisten wissen es nicht. Aber das ist ja nicht die Frage.

Es geht um unseren eigenen Rassismus! - den auch ich in mir habe. An dem ich aber arbeite und ich erkenne mich immer mehr und immer besser.
Bianca Becker schreibt mir aus dem Herzen und stößt in mir etwas an, woran ich nicht dachte. Dafür danke ich Ihnen, Bianca. Und ich stimme Ihren abschließenden Satz völlig zu.
Erstmal muss sich unser Bewußtsein ändern. Dazu gehört auch, dass wir miteinder reden und nicht über einander, wie es bis heute Gang und Gebe ist. Wir gehen in das "Wohnzimmer" der Afrikaner und reflektieren aus unserer Sicht über sie. Niemand denkt daran, wie peinlich wir uns benehmen, würden Afrikaner aus ihrer Sicht in unser "Wohnzimmer" schauen.
Gegenseitiges respektieren und in Augenhöhe begegnen, das wünsche ich mir mit allen Menschen auf der Welt. Wenn wir von unserer Borniertheit runter kämen, das wäre ein Quantensprung in Richtig Frieden. Würden wir z. B. einem afrikanischem Menschen gegenüner stehen und uns vorstellen, indem wir unsere Talente aufzählen würden, würden wir ganz schön schlecht abschneiden. Ich spreche aus Erfahrung.
Bibini

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Re: so nicht
von: Rita Handt ()
Datum: 05. Oktober 2010 15:56

Mal ein paar Sätze zur Petersallee. Die wurde ursprünglich (1939) von den Nationalsozialisten nach Carl Peters benannt, der sich in Afrika sehr mies aufgeführt hat. Das war der Grund, warum die Straße 1986 auf Beschluß der BVV Wedding umgewidmet wurde. Ich hatte das schon einmal geschrieben.

Seit 24 Jahren ist der Namensgeber also Prof. Dr. Hans Peters. Der war Bewohner des afrikanischen Viertels, Jurist, Mitglied des Widerstandes gegen Hitler (Kreisauer Kreis), hat sich im 3. Reich für Juden eingesetzt, war nach dem Krieg Fraktionsvorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, einer der Väter der Berliner Verfassung etc. Was ist gegen diesen Mann als Namensgeber einer Weddinger Straße zu sagen?

Mit der 1986 erfolgten Umwidmung der Straße kann der Name nach dem Berliner Straßengesetz gar nicht mehr geändert werden - und das ist gut so. Weder gibt es den Straßennamen doppelt, noch ist der Namensgeber durch das 3. Reich bzw. die DDR-Zeit belastet, noch haben sich Örtlichkeiten verändert. Macht Euch doch einfach mal schlau - im Zweifelsfall hilft Google.

Wie wäre es eigentlich, wenn sich die in- und ausländischen Straßenumbenennungs-Gutmenschen mal um die afrikanischen Brüder und Schwestern kümmern würden, die sich gern mal gegenseitig abschlachten und dabei teilweise um Längen schlimmer wüten als die ehemaligen deutschen Kolonialisten? Spontan fallen mir da Somalia (Einführung der Scharia), Ruanda (Tutsis, Hutus), Kongo (Kindersoldaten), Nigeria (Ogoni), Simbabwe (Vertreibung/Ermordung mißliebiger Bürger - weiße UND schwarze) und viele andere "Schlachtfelder" auf dem afrikanischen Kontinent ein. Was habt Ihr gegen Idi Amin, Jean Bedel Bokassa, Charles Taylor, Robert Mugabe und ähnliche Despoten bzw. Diktatoren mit Selbstbereicherungstrieb unternommen? Da seid Ihr für eine Einmischung wohl zu feige (gewesen) und arbeitet Eure einseitige Weltsicht lieber an vergangenen Kolonialzeiten der bösen Deutschen ab. Hier ist ein Link zum Thema "Afrikanische Schlächter": http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,409434,00.html

Habt Ihr eigentlich keine anderen Sorgen?

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Re: neue straßennamen
von: kurt schmich ()
Datum: 13. November 2010 22:28

Schon zweimal hatte ich mich, als mitarbeiter des weltladen wedding, mit kunden und anwohnern für eine umbenennung der betreffenden strassen im afrikanischen viertel eingesetzt. Wie mensch sieht - vergeblich.
Der letzte versuch war 1990, als der von westpolitikern geführte berliner senat damit begann unzählige strassen im ostteil der stadt umzubenennen. Wir schlugen vor, dies im wedding doch auch gleich tun. Auf einer wahlkampfveranstaltung in der osloser fabrik sprach ich deshalb mit dem damaligen bezirksbürgermeister Hans Nisblé (SPD). Diese machte den einwand, man könne es den gewerbetreibenden nicht zumuten neue visitenkarten, briefbogen etc. zu beschaffen. Mein einwand, daß dazu aber zehntausende im ostteil jetzt gezwungen sind, kommentierte er mit einem achselzucken! Das ist wohl typisch für SFCDPU!
Eine bitte möchte ich jedoch vortragen. Mit neuen strassennamen sollten nicht wieder irgendwelche personen "geehrt" werden. An jedem menschen gibt es irgendwann etwas ungutes zu finden. Obwohl urweddinger, bin ich auch nicht dafür, daß z.b. alkoholiker wie Harald Junhke öffentlich geehrt werden.
kurt schmich

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Re: neue straßennamen
von: Manfred H. Koch ()
Datum: 02. Dezember 2010 16:14

Herr Schmich,

wer redet denn hier von Harald Junke? Abgesehen davon ist es fahrlässig HJ derart auf eine Rolle zu reduzieren. So weit ich verstanden habe sollen hier afrikanische Personen geehrt werden. Oder nicht?

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Re: neue straßennamen?
von: powercut ()
Datum: 16. Dezember 2010 16:45

Am besten alle deutschen Straßennamen abschaffen? Bei euch piepts doch wohl.

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Re: neue straßennamen?
von: Ariovist ()
Datum: 16. Dezember 2010 17:17

Wie schaut's denn mit den ganzen Ilja-Ehrenburg-Straßen aus? Werden die dann auch umbenannt? Schließlich war das doch der Sowjet-Demagoge mosaischen Glaubens, welcher die Soldaten der Roten Armee zum gezielten Vergewaltigen deutscher Frauen und Ermorden überhaupt aller Deutschen aufgerufen hat. Oder hat dieser Mensch nur in gutem Sinne gehandelt, weil der Deutsche ja per se schlecht ist?
Warum haben die damals vom Deutschen Kaiserreich kolonisierten Afrikaner heute noch so eine gute Meinung von den Deutschen, beherrschen zu Teil die Deutsche Sprache besser wie viele hier in der 3. Generation lebende "Migranten"?

Alles in allem scheint mir dies nur wieder eine typisch links-gutmenschliche Aktion auf Kosten der Steuerzahler zu sein, und somit unnötig wie ein Kropf!

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Re: Gibt's nur "weiße" Rassisten?
von: Ariovist ()
Datum: 16. Dezember 2010 17:45

@ Bianca Becker

Sie schrieben in Ihrem letzten Absatz, bezüglich des Mobbings gewisser Schüler durch Andere:
"Die Kinder, die keine "weiße" Hautfarbe haben, werden gemobbt, weil es Rassismus gibt."

Leider sieht die Realtät doch etwas anders aus, auch wenn Sie dies nicht so wahrnehmen(wollen?).
Gerade in Schulen in sog. Problembezirken, sprich solche mit hohem Migrantenanteil, werden die oft in der Unterzahl noch vertretenen deutschen Kinder diskriminiert, und zwar von den guten, wichtigen, herzlichen Migranten.
Aber wahrscheinlich sind diese Knder doch eh nur zukünftige "Rassisten" und "Nazis", daher ist diese Behandlung bereits im Kindesalter durchaus legitim, nicht wahr?

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Re: auch so nicht
von: otto ()
Datum: 31. Mrz 2011 18:50

Die zur Umbenennung vorgeschlagenen Berliner Straßennamen sind - wenn ich das richtig sehe - nur diejenigen, die Menschen vor allem und ausdrücklich für ihr "koloniales Engagement" ehren: Petersallee, Lüderitzstraße, Nachtigalplatz im Wedding, die Lansstraße in Dahlem, die Wissmannstraßen in Neukölln und in Wilmersdorf, etc.

Bei Bismarck, obwohl zweifellos einer der Hauptverantwortlichen für den deutschen Kolonialismus, ist das nicht der Fall - er wurde und wird in erster Linie als Begründer des Deutschen Reiches von 1871 erinnert und geehrt. Genauso verhält es sich mit dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Konrad Adenauer, der vor 1933 als Vizepräsident der Deutschen Kolonialgesellschaft fungierte und sich energisch für die Wiederaufrichtung eines deutschen Kolonialreichs aussprach.

Weniger nachsichtig sollte man aber mit dem so genannten Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg sein, der den Handel mit versklavten afrikanischen Menschen befahl und sich damit zweifellos eines "Verbrechens gegen die Menschlichkeit" schuldig machte.

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Re: neue straßennamen - so ein Blödsinn
von: omki ()
Datum: 05. April 2011 15:02

Als wenn es keine anderen probleme geben würde!
da müsste man ja fast jedem str. namen ändern.........

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Re: Gibt's nur "weiße" Rassisten?
von: Hajo ()
Datum: 18. Juli 2013 12:40

Wenn Ihr mal Rassisten sehen wollt, dann schaut mal die Regierungen von Namibia, Südafrika und Zimbabwe an. Dort gibt es schwarzen Rassismus gegen Weiße übelster Art. Wenn die 20 Jahre nach Machtübernahme noch immer eine Mehrheit gegen eine Minderheit "schützen" müssen, dann darf man doch wohl deren Kompetenz und geistiges Vermögen hinterfragen dürfen?

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Re: Gibt's nur "weiße" Rassisten?
von: Samuel ()
Datum: 27. August 2013 22:29

Hallo Hajo,

Du solltest Dich vor Deinen unqualifizierten Bemerkungen mal damit beschäftigen, was Rassismus ist, der Unterschiede zwischen Menschen erfindet und konstruiert, um wirtschaftliche Ausbeutung und politische Unterdrückung zu rechtfertigen. Davon kann ja in den von Dir genannten Ländern, wo die Nachfahren der weißen Landräuber noch immer auf ihren riesigen Ländereien sitzen und zu den reichsten Bevölkerungsschichten im Land zählen, kaum die Rede sein.
Dein Argument ist ungefähr so schlüssig, als würdest du Juden, deren Angehörige in Auschwitz ermordet wurden, vorwerfen, dass sie Resentiments gegenüber deutschen Christen hätten.

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Re: neue straßennamen - so ein Blödsinn
von: Samuel ()
Datum: 27. August 2013 23:24

Hallo Rita Handt,

zur "Umwidmung" der Petersallee 3.)
Eben diese "Umwidmung", die man nicht anders denn als Etikettenschwindel bezeichnen kann, ist laut Berliner Straßengesetz gar nicht erlaubt und ganz umsonst, weil jeder, der sich etwas in der Geschichte auskennt, weiß, dass im Weddinger Kolonialviertel nur die "blutige Hand" Carl Peters gemeint sein kann

zur Lüderitzstraße 4.)
Namibia hat sich endlich durchgerungen, die Stadt Lüderitz umzubenennen, die ihr Bremer Namensgeber einst selbst so benennen ließ: http://www.dw.de/deutsche-ortsnamen-verschwinden/a-17009617

zu "Ausländern" 5.)
Sie meinen - wie die Nazis - Schwarze Menschen können niemals deutsch und lediglich "Ausländer" sein? Sie meinen, die Anwohner der Straßen dürfen selbst über deren Namen entscheiden - auch wenn diese Rassisten, Völkermörder, Kolonialverbrecher und Naziidolen ehren möchten? Sie verweisen auf den kürzlich umbenannten Ort Lüderitz in Namibia - ich könnte da noch einige 100 koloniale Namen in aller Welt ergänzen - und sehen nicht, dass eben dieser einst von einem gewaltbereiten, waffen- und drogenhandelnden "Ausländer" benannt wurde? O jeh, ich empfehle Ihnen die NPD - oder den Traditionsverband der Schutz- und Überseetruppen!

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